HAUT UND ANHANGSORGANE (ANATOMISCHE MIKROSKOPIE)

13.1

Achselhöhle

Präparat:

Präparatedetails:

Organ: Haut, Achselhöhle
Herkunft: Mensch
Färbung: RFAL


Methode und Präparat:

Normales histologisches Präparat gefärbt mit RFAL, wodurch elastische Fasern sehr gut dargestellt werden.


Ziel der Untersuchung:

Kenntnis der Haut der Achselhöhle mit ihren spezifischen Drüsen, den ekkrinen Schweissdrüsen, die direkt an der Hautoberfläche münden, den apokrinen Schweissdrüsen, sowie den holokrinen Talgdrüsen die beide in Haartrichter münden.


Besonderheiten des Präparats:

Obwohl in diesem Präparat prinzipiell die bekannten Schichten der Haut zu finden sind, weisen die einzelnen Schichten nur einen geringen Durchmesser auf, d.h. sie sind z.T. nicht besonders deutlich zu sehen. Das hängt damit zusammen, dass diese Hautregion (Achselhöhle) nur ganz geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, dementsprechend also auch keine Notwendigkeit für ein starkes Stratum corneum vorhanden ist. Wenn das Str. corneum nur sehr dünn ist, wird auch kein starkes Str. granulosum benötigt. Ja, das Str. granulosum ist in der Tat nur an wenigen Orten deutlich zu sehen.

Auffällig sind die vielen in dieser Region vorkommenden Drüsen, besonders die apokrinen Schweiss- oder Duftdrüsen. Diese nehmen ihre Tätigkeit erst unter dem Einfluss der vermehrten Geschlechtshormon-Sekretion während der Pubertät auf. Sie weisen ein grosses Lumen im Bereich der sezernierenden Endstücke auf und ein Drüsenepithel mit einer unterschiedlichen Epithelhöhe. Der apokrine Sekretionsmodus führt zur Abgabe des apikalen Zytoplasmas in das Sekret, was die unterschiedliche Epithelhöhe erklärt. Deutlich sind im Bereich zwischen dem Drüsenepithel und der darunterliegenden Basalmembran Myoepithelzellen zu sehen, die mit ihren Myofilamenten in der Lage sind eine beschleunigte Sekretion, durch Auspressen der sezernierenden Drüsenendstücke zu ermöglichen. Apokrine Schweissdrüsen münden in Haartrichter. Ihre Ausführungsgänge sind zweischichtig und besitzen keine Myoepithelzellen.

Direkt an der freien Oberfläche hingegen, d.h. durch die Epidermis hindurch, münden die ekkrinen Schweissdrüsen, von denen in diesem Präparat nur wenige zu finden sind. Ihre sezernierenden Drüsenendstücke sind ebenfalls von Myoepithelzellen umgeben, besitzen aber nur ein sehr enges Lumen und in der Regel eine gleichmässige Epithelhöhe. Das Epithel ihrer Ausführungsgänge ist zweischichtig.

Deutlich sind auch die relativ derben Haare der Achselhöhle zu sehen, in deren Nähe sich die holokrinen Talgdrüsen befinden, die ebenfalls in die Haartrichter münden. Typisch für die holokrinen Talgdrüsen ist ein relativ “schaumiges” Zytoplasma, ein Eindruck, der durch die vielen Talgstrukturen im Zytoplasma hervorgerufen wird. Bei der Bildung des Talgs (Sebum) gehen die subzellulären Strukturen zum grössten Teil verloren, so dass bei der reifen Zelle praktisch nur noch Talgstrukturen zu finden sind. Unterhalb der Talgdrüsen verläuft ein M. arrector pili (Aufrichter des Haares), der bei einer Kontraktion zu einer beschleunigten Abgabe des Talgs führt.

Zur Repetition, die Schichten der Haut in diesem Präparat (von aussen nach innen):
Str. corneum
Str. granulosum (nur sehr schwach)
Str. spinosum
Str. basale
Corium mit Str. papillare und Str. reticulare (wegen des Fehlens von mechanischer Belastung bildet das Str. papillare keine besonders ausgeprägte Verzahnung mit der Epidermis)
Subcutis** (mit ausgeprägtem subkutanem Fett)


Aufgaben:

Identifizieren Sie die verschiedenen Schichten der Epidermis und der gesamten Haut.

Suchen Sie in der Epidermis das Str. granulosum.

Suchen Sie Haare mit ihren Haartrichtern.

Identifizieren Sie die drei verschiedenen Hautdrüsen: ekkrin, apokrin, holokrin.

Suchen Sie Myoepithelzellen. Welcher Drüsentyp besitzt keine Myoepithezellen?

Beurteilen Sie das Lumen der apokrinen Drüsen und vergleichen es mit den ekkrinen Drüsen.

Welchen Mechanismus zur beschleunigten Sekretabgabe gibt es bei den Talgdrüsen.

Beachten Sie die Vielzahl der elastischen Fasern in diesem Präparat.

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Copyright

Universität Basel

Downloads

Achselhöhle