Krank ohne Ursache?   Somatische Belastungsstörungen im Fokus

Krank ohne Ursache?

Somatische Belastungsstörungen im Fokus

Viele Menschen leiden an körperlichen Belastungsstörungen ohne eindeutige medizinische Ursache. Für die Betroffenen führen solche Beschwerden oft zu schweren psychischen Problemen. Wie diese sogenannten morbi sine materia klassifiziert und therapiert werden können, zeigt der Psychologe Jens Gaab in diesem Kurs.

Symptome wie Erschöpfung, Übelkeit, schmerzende Muskeln, Bauchschmerzen, Kopfweh, Hitzewallungen oder Kraftlosigkeit sind ein ständiger Begleiter von Erwachsenen. In vielen Fällen verschwinden diese jedoch wieder. Was ist aber, wenn diese Beschwerden so stark werden, dass sie zu einer dauerhaften Belastung werden? Chronisches Erschöpfungssyndrom, Reizdarm oder chronisches Schmerzsyndrom sind nur einige Krankheitsbilder, die im Zusammenhang mit erhöhter körperlicher und psychischer Belastung auftreten können. Die Klassifikation, Diagnostik und Genese dieser Syndrome ist jedoch alles andere als einfach. Meistens bilden sie einen Cluster von Symptomen ohne bekannte Ursache. Die ungewisse Situation ist für die Patienten äusserst schwierig zu ertragen.

Anhand von Gesprächsprotokollen von psychotherapeutischen Sitzungen, wissenschaftlichen Artikeln und kurzen Input-Videos untersucht und vermittelt Prof. Dr. Jens Gaab in diesem Kurs das medizinisch komplexe Phänomen der somatischen Belastungsstörung. Dabei wird u.a. danach gefragt, weshalb wir überhaupt körperliche Symptome erleben, was es für diagnostische Kriterien für somatische Belastungsstörungen gibt und wie diese klassifiziert und therapiert werden können. Letzteres wird am Beispiel einer Patientin anschaulich gemacht, die am Chronic Fatigue Syndrom erkrankt war. So erhalten die Studierenden sowohl einen Einblick in die therapeutische Arbeit als auch in die theoretischen Grundlagen dieses komplexen Forschungsfeldes.

Die Autoren/-innen

Prof. Dr. Jens Gaab  

Fakultät für Psychologie der Universität Basel

Prof. Dr. Jens Gaab

Fakultät für Psychologie der Universität Basel